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Success Story der Miele & Cie. KG

IT-Management - Überwachung kritischer Netzressourcen

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IT-Management - Überwachung kritischer Netzressourcen

Der Fachbereich Telekommunikation von Miele & Cie. in Gütersloh gehört zu den sensiblen Abteilungen des Unternehmens. Denn hier laufen die "Fäden" des weltweiten Netzwerkes zusammen. Die Mitarbeiter sind zuständig für rund 5.000 Endgeräte allein in Gütersloh. In ganz Deutschland sind es zirka 8.000 und gut die doppelte Anzahl, wenn man alle Auslandsstandorte mitzählt. 

Der Bereich Telekommunikation trägt im Rahmen des IT-Betriebes Verantwortung für den gesamten Standort Deutschland (WAN mit ATM und Frame-Relay-Technik, LAN mit GigaBit Backbone Strukturen). Für die Auslandsstandorte wird der Betrieb für das WAN (mit Frame-Relay-Verbindungen sowie mit Virtual Private Networks) sichergestellt. Seite an Seite mit den Miele-Fachleuten ist die Lynx-Consulting GmbH quasi als Experten-Support tätig. Bei der stetig anwachsenden Zahl von Aufgaben ergeben sich jeden Tag neue Anforderungen. „Wie lässt sich beispielsweise vermeiden, dass ein von irgendeinem Arbeitsplatz aus versandtes File das Weitverkehrsnetz blockiert?“ Oder: „Wie kann verhindert werden, dass hohe Antwortzeiten die Anwender in ihrem Arbeitsfluss stören?“ 

Zum Hintergrund:

Miele hatte sich entschieden, in den Vertriebszentren am jeweiligen Arbeitsplatz sogenannte Thin Clients zu installieren, die auf der Citrix Terminalserver Technologie beruhen. So entfielen nicht nur hohe Kosten für neue intelligentere Endgeräte, sondern es wurde dadurch auch ein kostensparender zentraler Support und eine zentrale Anwendungsverteilung ermöglicht. Diese Lösung stellt aber auch besondere Anforderungen an die Netzbreite. Man hätte als Lösung die Bandbreite erhöhen können. Dies verursacht jedoch Kosten und löst dennoch nicht das Problem, dass große Datenübertragungen das Netz zeitweise für andere Anwendungen blockieren.  

Eine Simulation der Arbeitsumgebung und der Netze und eine Messung der Protokolle ergeben, dass eine mittlere Bandbreite von 20 kbit/s notwendig ist. Wolfgang Pankoke von Miele und Thomas Giesecke von Lynx und waren sich schnell einig, dass diese Probleme nur durch Priorisierungen der Anwendungen auf den Weitverkehrsnetzen zu lösen sind (Stichwort: Quality of Service). Interaktive Anwendungen, wie die Office-Anwendungen, die via Citrix zur Verfügung gestellt werden, müssen beim Benutzer sofort reagieren. Druckjobs können dagegen ruhig ein wenig länger im Netz stehen. Und beispielsweise die Replizierung von Lotus-Notes-Servern muss wieder hinter den Druckjobs zurückstehen.  

Gemeinsam wurden Anwendungsklassen erarbeitet und bezüglich ihrer Priorisierung im WAN bewertet. Diese Priorisierung hätte mit einem deutlichen Hardware-Invest (Stichwort Package Shaper) gelöst werden können. Stattdessen nutzten die Lynx-Mitarbeiter eine Technologie namens DiffServ (Differenciated Services), die es ermöglicht, Anwendungen und Netzprotokolle auf die tatsächlichen Anwenderbedürfnisse bei Miele einzustellen — und dies, ohne bei Änderungen direkt auf die im Besitz der Deutschen Telekom befindlichen Router zurückzugreifen. Die Priorisierung erfolgt also im lokalen Netz der Firma Miele und wird über Komponenten unterschiedlicher Hersteller betrieben (Nortel und Cisco). Durch diese Lösung konnten rund 100.000 Euro Investitionskosten eingespart werden. 

Ein anderes Problemfeld stellt das Auffinden eines Arbeitsplatzgerätes im Netz dar, von dem ein Mitarbeiter meldet, dass es einen Fehler aufweist. Natürlich gibt es eine Inventarnummer. Wichtiger ist jedoch, den ebenfalls katalogisierten Eingang im Netz zweifelsfrei zu identifizieren. Und das auch noch dann, wenn das Netz in einem Teil gestört ist. Gezielt zu sagen, wo das Gerät steht, das die Störung ausgelöst hat, stellt eine Herausforderung dar. 

Hierzu hat die Abteilung Telekommunikation eine technische Dokumentation für alle Endgeräte aller Werke über IP- bzw. Mac-Adressen aufgebaut, die die Zeit zur Störbehebung signifikant mindert. Dieses System wird automatisch mit Netzverbindungsdaten abgeglichen, die mittels durch Lynx erstellter Programme aus den Netzkomponenten ausgelesen werden. Ein weiteres wichtiges Werkzeug zur Netzplanung ist das eingeführte Trendreporting. Diese Anforderung hätte durch Zukauf proprietärer Software gelöst werden können.  

Das Lynx-Team schlug eine Freeware vor, die sich ideal als Statistik-Tool zur Performance-Darstellung des Netzwerkes eignet. Der jeweilige Performance-Zustand wird dauerhaft gemessen und abgebildet. Für die Sicht auf einen Tag, auf eine Woche und ein komplettes Jahr gibt es eine übersichtliche Komprimierung. Es werden alle relevanten Strecken des WAN und die Hauptverbindungen des LAN aufgezeichnet. Sogar die Auslastung der Strecken für die entsprechend priorisierten Anwendungen kann nun abgefragt werden. Durch die Integration dieser Reports in das Miele-Intranet kann jeder der dezentralen DV-Koordinatoren die für seinen Bereich wichtigen Informationen erkennen. Mit der Lösung solcher Herausforderungen wird Vertrauen aufgebaut. Wolfgang Pankoke: "Die Kollegen von Lynx sind einfach zuverlässig. Sie beherrschen ihr Handwerk und ich kann mich absolut auf sie verlassen.“ 

Auch in Zukunft wird es neue Anforderungen an die Netze geben. „Es sei“, so Pankoke, „beispielsweise nur eine Frage der Zeit, dass bald auch die Telekommunikationsanlagen von Miele noch enger vernetzt werden“. Und schließlich geht der Zug der Zeit mit den selbstständigen Miele-Vertriebsgesellschaften auch in Richtung einer leistungsadäquaten Verrechnung von Anwender abhängigen Service-Zusagen. Aber auch das ist sicher lösbar — getreu dem Miele Slogan „Immer besser“. 

Miele & Cie. KG

Miele ist die einzige weltweit verbreitete Premium-Marke für Hausgeräte, die auf allen fünf Kontinenten erhältlich ist. Das Familienunternehmen mit Stammsitz im westfälischen Gütersloh steigerte im Geschäftsjahr 2005/ 2006 (30. Juni) den Umsatz um gut 12 Prozent auf 2.54 Mrd. Euro (Vorjahr: 2.26 Mrd. Euro). Seit Gründung im Jahr 1899 ist Miele & Cie. ein Unternehmen der beiden Familien Miele und Zinkann. In der heutigen fünfköpfigen Geschäftsleitung sind, neben den Urenkeln der Gründer, drei familienfremde Geschäftsführer tätig. 

www.miele.de