German
English

Ihre Ansprechpartnerin

Annette Stein
Marketing & PR
T: +49(0)521|5247-0
F: +49(0)521|5247-250
E-Mail senden


Lesen Sie hier den aktuellen Lynx-Letter!

Mit Web-Apps Unternehmensdaten mobilisieren - Inhalte aus dem Firmennetz auf Smartphones bereitstellen


Im privaten Bereich sind sie bereits gesetzt. Im Unternehmenssegment steht der Durchbruch bevor: Smartphones als Basis für den mobilen Web-Zugang. Ist bereits ein Portalsystem als Tor zu den eigenen Unternehmenslösungen vorhanden, lässt sich der mobile Zugriff schnell und einfach implementieren.
Das Smartphone wird der neue Personal Computer! Die Aussage ist in dieser Zuspitzung ein wenig voreilig und übertrieben; sie umschreibt jedoch einen der wichtigsten Trends in der IT: der orts- und zeitunabhängige Zugriff auf Informationen. Dabei treiben in erster Linie die Erfolge von Apples iPhone und die Schar der Google Android-Geräte im Privatkundengeschäft diese Entwicklung an.

Nahezu für jede Aufgabe und Anforderung findet der Konsument eine App(likation) im „Store“ seines Smartphone-Anbieters. Dass der orts- und zeitunabhängige Zugriff auf Informationen in der Geschäftswelt gleichfalls von großem Nutzen ist, bedarf keiner besonderen Betonung. Schließlich war die Nutzung von Mailpostfach oder Kalender dank BlackBerry und PushMail im beruflichen Umfeld so etwas wie der Vorreiter der Mobilität. Da liegt es auf der Hand, nun ebenso die aktuellen Informationen aus Unternehmensanwendungen losgelöst vom stationären Arbeitsplatz jederzeit in der Hand zu haben.

Unternehmens-Apps

Eine wahre Flut von nativen Apps steht mittlerweile zur Wahl, mit denen die Hersteller Unternehmenssoftware auf den unterschiedlichen Smartphone-Familien unterstützen. Allerdings stimmt dieses Angebot nur bedingt mit den realen Anforderungen der Unternehmenspraxis überein. So führen die meisten Firmen die Informationen aus unterschiedlichen Standardprogrammen nach ihren individuellen Bedürfnissen in Portal-Infrastrukturen zusammen. Des Weiteren bevorzugen die Mitarbeiter meist unterschiedliche Handy-Typen und Betriebssystemversionen. Die wenigsten Software-Anbieter sind jedoch in allen Smartphone-Welten gleichermaßen gut vertreten.

Um tatsächlich das mobile Angebot am eigenen Informationsbedürfnis auszurichten, bieten sich den IT-Verantwortlichen im Unternehmen nun drei potenzielle Lösungsszenarien an. Er kann alles beim Alten lassen. In diesem einfachen und kostengünstigsten Fall müssen sich seine Anwender weiterhin mit dem vergleichsweise unkomfortablen Zugang per Laptop und der Einwahl in das Firmennetz begnügen. Alternativ kann er jedoch die Entwicklung einer eigenen Firmen-App starten, um die eigene Lösung optimal auf die Funktionen des Smartphones einzustellen. Dieser Weg ist allerdings deutlich teurer und aufwändiger und das IT-Team muss sich mit einer neuen Programmierumgebung anfreunden. Zudem ist die Teilnahme an dem kostenpflichtigen und zum Teil mit engen Vorgaben versehenen Entwicklungsprogramm des Smartphone-Anbieters Pflicht. Und wer sich nicht auf eine Plattform einschränken möchte, muss den Aufwand gleich mehrfach betreiben.

Die dritte Möglichkeit ist im Grunde ein Kompromiss aus den beiden angeführten Alternativen. Das bekannte Prinzip webbasierender Anwendungen, das bereits für Desktop-Systeme weit verbreitet ist, wird für die mobile Nutzung adaptiert. Der Smartphone-Browser lädt dabei wie gewohnt die App über das Web, um an den Content und die Funktionen der Unternehmens-Software zu gelangen. Die Benutzerführung wird hierbei typischerweise in Javascript realisiert. Das Look & Feel wird in der Regel mit Hilfe eines JavaScript-Frameworks den nativen Apps nachempfunden, d.h. in HTML und CSS (Cascading Style Sheets) emuliert.

Der Vorteil webbasierender Anwendungen

Der Vorteil dieses Vorgehens ist offensichtlich: Im Unterschied zu einer nativen Applikation kann in der Programmierung auf das vorhandene HTML-, CSS- und JavaScript-Know-how im Hause zurückgegriffen werden. Entwicklungsframeworks wie jQuery inklusive des Plug-ins jQTouch sind hierbei das Fundament, mit einer einzigen Web-App automatisch die wichtigsten Smartphone-Plattformen (Apple iOS, Google Android sowie Windows Phone 7) zu unterstützen. Dabei räumt jQTouch den Web-Apps über Event-Mechanismen sogar den Weg frei, bestimmte nativ verfügbare Funktionen des Gerätes, etwa den Bewegungssensor oder Multi-Touch, in die Bedienung einzubeziehen.

Beste Startbedingungen bei vorhandenem Portalsystem

Unternehmen, die intern ein Portalsystem nutzen, verfügen über beste Startbedingungen, um ohne großartigen Aufwand zusätzlich die Smartphones der Mitarbeiter via Web-App einzubinden. Kritische Aspekte wie Sicherheitsmechanismen oder Benutzerpflege sind hier bereits gelöst. Die Entwicklung kann sich also vollständig auf die „handliche“ Gestaltung des Erscheinungsbildes konzentrieren.

Frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ sollte in einem ersten Schritt eine Auswahl des relevanten Contents stattfinden. Denn nicht jede Portal-Seite aus der Desktop-Anwendung sieht auf einem mobilen Endgerät handlich und praktikabel aus. So ist es beispielsweise ratsam, zur besseren Lesbarkeit einen ursprünglich mehrspaltigen Aufbau durch eine einspaltige Gestaltung in der mobilen Variante zu ersetzen. Ein weiterer Punkt ist die fingerfreundliche Navigation wie das Aufpoppen neuer Informationen unter einem Punkt oder das Gleiten eines Bildschirms über einen anderen, die sich mit jQuery/iQTouch umsetzen lässt.

Das Design und Layout der mobilen Variante wird wie gewohnt in CSS-Sätzen definiert und in einer eigenständigen Datei verwaltet. Als letzter Punkt wird jetzt nur noch ein Einstiegspunkt vor dem Unternehmens-Portal benötigt, damit erkannt wird, welches Gerät aktuell Zugriff zu den Informationen sucht. Glücklicherweise übermitteln alle mobilen Endgeräte die notwendigen Informationen in ihren User-Agenten. Das System muss diese Informationen nur abfangen, um ein System zu identifizieren und auf eine geeignete Landing-Page weiterzuleiten.

Fazit

Das Konzept der Web-App(likation) besitzt für Unternehmen vor allen Dingen deshalb seinen Charme, weil es mit wenigen Mitteln den internen Content „mobilisiert“. Die Programmierung erfolgt ausschließlich mit Standardtechnologien. In der Regel lassen sich schon in ein, zwei Wochen nützliche Anwendungen zur Informationsversorgung der Mitarbeiter etwa im BI-Umfeld oder Reporting realisieren.

Gegenüber nativen Apps gibt es natürlich gewisse Einschränkungen. So müssen wie in jeder emulierten Umgebung Nachteile in Sachen Performanz und Funktionalität in Kauf genommen werden. Auch verlangt das Konzept der Web-App, dass man in jedem Fall online ist. Eine Offline-Funktionalität ist hier eher die Ausnahme als die Regel.

In puncto Entwicklungsgeschwindigkeit und Plattform-Unabhängigkeit ist das Web-App-Konzept dagegen unschlagbar. Das gilt insbesondere, wenn auf beliebte Umgebungen wie jQuery und deren großen Funktionsumfang zurückgegriffen wird. Zusätze wie iQTouch oder das noch junge iQuery-Mobile sorgen für zusätzliche Beschleunigung. Für anspruchsvollere Aufgaben stehen mit Sencha Touch, Rhodes etc. weitere leistungsstarke Framework-Alternativen bereit, schnell und komfortabel leistungsfähige mobile Lösungen zu realisieren.